Bautagebuch – das Wichtigste in Kürze
Das Bautagebuch ist die tägliche, chronologische Dokumentation des Baufortschritts. Es hält fest, welche Firmen und Gewerke vor Ort waren, welche Arbeiten ausgeführt wurden, welches Wetter herrschte, welche Materialien und Geräte geliefert wurden sowie welche Besonderheiten, Mängel oder Behinderungen auftraten. Wer täglich nur wenige Minuten investiert, schafft eine belastbare Beweiskette.
Rechtlich entscheidend ist die Rolle als Beweismittel. Nach ständiger BGH-Rechtsprechung muss ein Auftragnehmer die Auswirkungen einer Störung bauablaufbezogen darlegen – abstrakte Soll-Ist-Vergleiche genügen nicht. Nach § 6 VOB/B ist eine Behinderung zudem unverzüglich und schriftlich anzuzeigen; sonst entfallen Ansprüche auf Bauzeitverlängerung (§ 6 Abs. 2) und Schadensersatz (§ 6 Abs. 6).
Wer führt es? Klassisch führt die Bauleitung bzw. der Architekt das Bautagebuch für den Bauherrn, während ausführende Firmen ihre eigene Tagesleistung dokumentieren. Für private Bauherren besteht keine gesetzliche Pflicht – ein Bautagebuch ist also freiwillig, wird aber häufig vertraglich vereinbart und ist zur Beweissicherung dringend zu empfehlen.